Die schwul-lesbischen Fanclubs der deutschen Bundesligisten aus Berlin, Dortmund und Stuttgart haben zur FIFA WM 2006™ ein gemeinsames Internet-Projekt gestartet. Unter www.queerfootballfanclubs.com informieren sie Fans aus aller Welt, die im Sommer nach Deutschland kommen werden, über ihre Fanclub-Veranstaltungen zur FIFA WM 2006™, die Spielorte und das homosexuelle Leben in Deutschland.
Die HERTHA-JUNXX, die RAINBOW-BORUSSEN und die STUTTGARTER JUNXX wollen während der WM eine Anlaufstelle für homosexuelle Fußballfans aus dem In- und Ausland sein. Getreu dem offiziellen Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" soll Deutschland die Gäste so als offenes, vielfältiges und tolerantes Land empfangen.
"Wir möchten mit unserer Internetseite gerne Ansprechpartner für die schwul-lesbischen WM-Gäste aus aller Welt sein", sagt Markus Solander, Vorsitzender der STUTTGARTER JUNXX. "Außerdem freuen wir uns darauf, gemeinsam mit den internationalen Gästen die Spiele auf einer der Großleinwände anzuschauen und gemeinsam viel Spaß zu haben. Fußball ist grenzenlos!"
Auch in Dortmund und Berlin gibt es ähnliche Veranstaltungen. Die HERTHA-JUNXX veranstalten in Berlin am Finalwochenende (7. bis 9. Juli) unter dem Titel "Das andere Finale" ein schwules Fußballturnier.
Die schwul-lesbischen Fanclubs existieren schon seit mehreren Jahren und wollen darauf aufmerksam machen, dass Fußball und Homosexualität keinen Widerspruch darstellen. Denn wohl nirgendwo in unserer Gesellschaft ist die Umgebung noch so homophob wie in einem Fußballstadion.
Die HERTHA-JUNXX, die RAINBOW-BORUSSEN und die STUTTGARTER JUNXX hoffen zeigen zu können, dass es unter den Fußball-Fans auch "ganz normale" Lesben und Schwule gibt. Die Zielsetzung ist dabei klar politisch: Die Akzeptanz in der letzten schwulenfeindlichen Männerbastion steigern.
Mit insgesamt fast 150 Mitgliedern haben die drei Fanclubs in den letzten Jahren für einiges Aufsehen gesorgt. Schwule und Lesben in den Fußballstadien sind noch immer keine Selbstverständlichkeit, die Toleranz und Akzeptanz muss immer wieder aufs Neue eingefordert werden. Die Bundesligisten Hertha BSC Berlin, Borussia Dortmund und VfB Stuttgart nahmen die schwul-lesbischen Fanclubs aber mit offenen Armen auf und unterstützen ausdrücklich deren Arbeit. Auch in Kreisen der anderen Fanclubs haben die Berührungsängste mit der Zeit abgenommen.
Durch Berichterstattung in verschiedenen Medien wurde die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Belange und Nöte schwul-lesbischer Fanclubs gelegt. Die Zeit für ein persönliches Outing eines Fußballprofis ist allerdings noch nicht gekommen. Die schwul-lesbischen Fanclubs wollen aber mit dazu beitragen, dass ein offeneres und tolerantes Klima in den Fußballstadien herrschen wird und auch ein Fußballprofi heutzutage offen sagen kann: "Ich bin schwul und das ist auch gut so!"